(offene) eMail an die BSU

Folgenden Text haben wir an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt geschickt.  Zur Transparenz bezüglich etwaiger „Angebote alternativer Standorte“ hier auf dem Blog zum Nachlesen:

Hallo, 
trotz Bitte und telefonischer Zusicherung ihrerseits haben wir bis dato keine detaillierte Rückmeldung bekommen, warum sämtliche zehn von uns am 22. und 25. September zur Prüfung vorgeschlagenen Standorte nicht für die Nutzung als Bauwagenplatz geeignet sein sollten. Stattdessen wird öffentlich nach wie vor damit argumentiert, dass uns drei alternative Standorte zur Auswahl gestellt worden seien, „zu denen wir nur ja sagen“ bräuchten.
Um unsere generelle Bereitschaft, uns konstruktiv am Prozess der alternativen Standortsuche zu beteiligen, zu verdeutlichen, haben wir bislang keine dieser Flächen (deren Art und Anzahl ja auch ihrerseits durch unzureichende Prüfung stetig variierte)  offiziell abgelehnt, sondern stattdessen weitere Flächen in die Gespräche mit eingebracht: 3 Orte in Wilhelmsburg, 7 weitere außerhalb des Bezirks Mitte. Diese vorgeschlagenen Orte erscheinen uns zwar nicht so geeignet wie der jetzige Standort, doch für unsere Gruppe waren und sind das mögliche Kompromisse, über die diskutiert werden könnte und die wir akzeptieren würden.
Diese Alternativen scheinen nun, nach für uns nicht erkennbarer Prüfung, nicht mehr zur Debatte zu stehen. Stattdessen soll als einzige Alternative zu einer Räumung der Umzug auf eine der drei folgenden Flächen in Aussicht gestellt werden:
– Wiese in Bergstedt/Hoisbüttel (Bezirk Wandsbek)
– beim Flughafen direkt am Zaun (Bezirk Eimsbüttel)
– kleines Waldstück in direkter Nähe des Flughafens (Bezirk Eimsbüttel)
Wir haben diese Orte nie als wirklich ernstgemeinte Vorschläge für einen alternativen Wagenplatz-Standort angesehen – deswegen gab es nichts, was wir hätten ablehnen können. Nun sehen wir uns jedoch in der Situation, die absolute Ungeeignetheit dieser  Flächen für unser Projekt nochmals betonen zu müssen und diese hiermit offiziell abzulehnen.
Wie ihnen aus unserem Konzept bereits bekannt ist, sowie durch die normative Kraft des Faktischen, muss eine für den Wagenplatz Zomia irgendwie geeignete und machbare  Fläche in etwa folgende Kriterien erfüllen:
– Auf die Fläche müssen die Wagen passen: Größe ca. 5000qm, nicht voll versiegelt,
– der Platz muss irgendwie zugänglich sein: Zufahrt: mindestens 4m hoch, 2,6m breit, von Fahrzeugen befahrbar
– Nachbarschaft: keine direkt angrenzende Wohnbebauung
– Anbindung und Lage: S-/U-Bahn-Haltestelle innerhalb von 2km Entfernung
– der Platz muss überhaupt verfügbar sein: Verfügbarkeit: keine anderweitige Nutzungsabsicht innerhalb von 5 Jahren
– Urbanität: Die Lage des Platzes muss den städtischen Charakter des Projektes ermöglichen.
– Nutzungsentgelt: Ein Nutzungsentgelt z.B. analog zur Pacht für Kleingärten muss möglich sein.
Keine der drei zur Diskussion stehenden Flächen erfüllt jedoch diese Kriterien. Wie sie wissen, ist die Wagengruppe Zomia nicht ausschließlich ein Wohnort, sondern möchte als experimenteller Wohn- und Lebensort ein urbanes, alternatives Projekt ermöglichen – dazu gehören Experimente mit einer ökologischen, ressourcenschonenden Wohnform, Kulturveranstaltungen, soziopädagogische Arbeit und mehr, was die Verortung im urbanen Raum und einem offenen Stadtteil absolut notwendig für die Umsetzung der Gesamtidee macht. Dies ist auf keiner der drei „angebotenen“ Flächen gewährleistet. Hinzu kommt auf einer der drei erwähnten Standorte eine direkt angrenzende Wohnbebauung, was enorm viele gegenseitige Kompromisse erfordert. Die Fläche direkt am Flughafenzaun im Bezirk Eimsbüttel ist zudem seit über 40 Jahren an einen eingesessenen Nutzer vergeben, der für unseren Umzug gekündigt und vertrieben werden müsste. Wir haben jedoch einen Standort ohne jegliche konkurrierende Nutzung und ohne direkt angrenzende Wohnbebauung – warum Sorgen und Probleme schaffen, die  überhaupt nicht nötig sind?
Neben unserer derzeitigen genutzten Fläche haben auch alle zehn von uns vorgeschlagenen Grundstücke die wesentlichen Kriterien erfüllt. Deren Ablehnung ist uns ohne Mitteilung konkreter Gründe nicht plausibel.
Wir hoffen dennoch, dass trotz aller aktuellen Aufregung eine konstruktive Debatte über den Sinn und Zweck eines Umzugs des Wagenplatzes Zomia, vermittelt durch die BSU,  beginnen kann. Gerne sind wir weiterhin bereit, über Alternativen zu diskutieren und diese bei Einigung auch anzunehmen.
Es grüßt aus Wilhelmsburg,
Wagengruppe Zomia
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