Zomia bleibt – Wagenplatzräumung am Tag X verhindern!

Der Wagenplatz Zomia in Hamburg-Wilhelmsburg hat am 18.10.2011 eine Räumungsanordnung erhalten. Frist: 3.11. – mit sofortiger Vollziehbarkeit. Das Datum einer geplanten Räumung ist unklar, Fakt ist, AB 4.11. darf Schreiber jederzeit „abräumen“.

Der Antrag auf Einrichtung eines Wagenplatzes wurde am 14.10. mit dünnster Begründung abgelehnt. Es gibt keine Sachargumente gegen die aktuelle Fläche in Wilhelmsburg, es gibt keine real möglichen Alternativen. Seit einem Jahr gibt es keine Konstruktivitäten. Der Bezirk schillert mit Räumungsanordnungen und repressiver Prolligkeit: „Bis Ende November ist Zomia Geschichte!“. Bürgerschaft, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und Bürgermeister-Staatsräte produzieren seit einem Jahr Verwaltungsakte und Ausschusssitzungen und glänzen mit Zurückhaltung. Ergebnis unterm Strich: keins. Markus Schreiber darf weiter aufräumen.

Wir haben genug. Wir lassen uns nicht einfach wegräumen! Wir wollen in Hamburg leben und im Wagen leben. Und wir lassen uns nicht aus der Stadt vertreiben. Wir werden es nicht akzeptieren, dass es in der Stadt Hamburg keinen Platz für uns geben soll. Hamburg muss sich jetzt entscheiden, ob es ein weiteres Mal mit repressiver Law-and-Order-Politik gegen Wagenplätze vorgehen will und Markus Schreibers Feldzug der Verwertung und Vertreibung den Weg ebnen will. Viele unterschiedliche Brandherde des Protests gegen kapitalistische Stadtentwicklung, Aufwertung und Vertreibung in Hamburg zeigen, dass das Fass schon übergelaufen ist.

Vor einem Jahr ist die Wagengruppe Zomia (20.11.2010) mit der offenen Besetzung eines Platzes in Wilhelmsburg angetreten um nach fast 10 Jahren auf die unveränderte Lage hinzuweisen: Menschen in Hamburg wollen gerne offen kollektiv im Wagen wohnen. Nach der Räumung der Wagenplätze Hellgrundweg (2000), Schützenstraße (2002), Paciusweg (2002), Bambule (4.11.2002), Wendebecken (2004), Parkplatz Braun und auf mindestens 18 Plätzen der Wagengruppe Dosengarten (2000) unter der Führung von Ronald Schill / Ole von Beust und auch dort bereits Markus Schreiber klafft noch immer eine tiefe Lücke. „Aus für alle Bauwagen“ war damals das Motto der Rechtspopulisten für die nächsten Jahre. „Wir ziehen diese Sache jetzt durch“, lässt sich Markus Schreiber im Oktober 2011 zitieren, und: „Wenn nichts Unvorhersehbares geschieht, dann ist der Zomia-Bauwagenplatz Ende November Geschichte“.

Seit Schill nix gelernt?  Na dann!
Lassen wir das Unvorhergesehene geschehen!
Zomia bleibt. Es reicht.

Wir fordern die sofortige Rücknahme der Räumungsanordnung!

Wir fordern Olaf Scholz, Jutta Blankau als Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt und die hamburgische Bürgerschaft dazu auf, öffentlich Position zu beziehen für eine tolerante Stadt, für Wagenplätze und gegen Markus Schreibers Feldzug der Vertreibung.

Wir fordern nach den Handlungen der letzten Jahren und Monate von der Bezirksversammlung Mitte die Abwahl von Markus Schreiber als Bezirksamtsleiter.

Ziel ist einen weiteren Wagenplatz in Hamburg zu erkämpfen und Markus Schreiber als Bezirksamtsleiter als nicht mehr tragbar abzulösen. Zuerst geht es darum, die Umsetzung  der Räumungsverfügung im Vorfeld zu verhindern. Der Wagenplatz Zomia steht nicht alleine. Wir begrüßen die Zeichen der Solidarität an vielen verschiedenen Stellen in Hamburg, nicht nur als als Zeichen für Wagenplätze in Hamburg, sondern auch gegen Vertreibung, Repression und sinnlose Zerstörung als Mittel der Stadtentwicklung! Ein Zeichen dafür, dass eine Wagenplatzräumung in Hamburg nicht einfach so zu machen ist. Markus Schreiber hat schon lange das Fass zum überlaufen gebracht und auch die angekündigte Räumung des Wagenplatzes schafft Wut und Entschlossenheit zu sagen: Es reicht! Im Vorfeld, für den Tag X und für die von Zomia angekündigte Aktionswoche sind schon jetzt dezentrale eigenständige Aktionen angekündigt worden: Finger weg von Zomia. Die Stadt ist kein Schreibergarten.

Wir rufen auf:
Am Tag X (Räumung):  Demonstration

Ab Tag X: Aktionswoche! Zomia durchsetzen, Schreiber abschreiben, Wagenplätze verteidigen!
Werdet kreativ! Für selbstbestimmtes Leben, für Wagenplätze, für Stadtentwicklung von unten!

Tragt euch ein in unseren Notfall-SMS-Verteiler für Infos zu Aktionen und Räumungsbedrohung:
zum Anmelden schicke eine SMS mit „zomia go“ an die Nummer 0177 / 4917162. Zum Abmelden eine SMS mit „zomia bye“ an die gleiche Nummer. Du bekommst jeweils eine Bestätigung. Sobald wir die Liste nicht mehr benötigen, werden wie sie auflösen und deine Nummer wieder löschen.

Räumungsanordnung (PDF)

Vorausgegangen:
Ablehung des Antrags auf Einrichtung eines Wagenplatzes
(html)

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