Räumung verschoben? Umzug nach Altona?

Seit gestern geistern mal wieder diverse Informationen über vermeintlich ausgesetzte Räumungen, attraktive Flächenangebote und von uns nie gemachte Äusserungen durch die Presse.
Zunächst einmal lesen wir da, dass unser Räumungstermin aufgrund unserer Klage für 4-6 Wochen ausgesetzt sei und heute ist dann quasi schon die optimale Lösung für uns gefunden worden, wir ziehen alle in den Bezirk Altona und alles wird gut….

Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen! Nicht vom Bezirk Mitte und auch nicht von der Presse – sondern verstehen das Ganze mal wieder als mediale Verdummbeutelung und substanzlose Ruhighalte-Strategie!

Zunächst einmal zur Verwirrung um den Aufschub unseres Räumungstermins: Es ist weiterhin alles offen. Vor dem Verwaltungsgericht ist eine Klage gegen den Sofortvollzug der Räumung in Arbeit. Der Bezirk hat offiziell zugesichert die Entscheidung des Verwaltungsgerichts abzuwarten bevor geräumt wird. Das Ergebnis des Eilverfahrens kann nach unserer Einschätzung und Informationen jedoch durchaus bereits Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche vorliegen. Sobald des Ergebnis des Eilverfahrens vorliegt, kann geräumt werden. Die vom Bezirk verbreiteten 4-6 Wochen ergeben sich folglich nicht aus dem juristischen Hintergrund. Im Kontext angekündigter Aktionen wie zum Beispiel der geplanten Demonstration am Samstag kann vermutet werden, dass andere Gründe hinter dem medialen Schachzug des Bezirkes stehen.
Juristische Spitzfindigkeiten mit großer Wirkung? Von seriöser Presse wird erwartet, dies zu hinterfragen und sich nicht einfach von der Strategie des Bezirks instrumentalisieren zu lassen.

Wir fordern die sofortige Aufhebung der Räumungsverfügung, statt medialer Verdummbeutelung!

Umzug von Zomia nach … Jenfeld, Bergstedt, … , an den Flughafen, jetzt nach Altona? Zur seit heute in den Medien herumgeisterten Information über einen Umzug Zomias nach Altona können wir nur sagen was wir seit Monaten sagen –  Zomia ist transparent: Wie in gefühlt 300 Artikeln und Statements bereits  festgehalten, befinden wir uns auf einer gut geeigneten Fläche in Wilhelmsburg. Dort sind wir zu Hause, dort ist in den nächsten Jahren keine anderweitige Verwendung geplant, es gibt keine direkten Nachbar_innen usw.
Wenn mensch den Medien der letzten Wochen und Monate glauben kann, arbeiten Andy Grote und andere ständig „intensivst und fieberhaft“ an einer Lösung für uns, wir sind schon mehrfach umgezogen und haben 85 Flächenangebote arroganterweise abgelehnt.
Ständig lesen wir in der Zeitung wer wieder „mit den Bewohnern von Zomia“ Gespräche führt. Meistens steht das da, ohne dass uns mal eine_r gefragt hätte. Oft steht es da, ohne das irgendein Gespräch stattgefunden hat.

Fakt ist: Wir haben eine Vielzahl von Flächen in Hamburg vorgeschlagen. Diese wurden ALLE abgelehnt bzw. unsere und mehrere weitere Flächen in Bezirk Mitte nicht geprüft. Dies veröffentlichen wir nun durch einen Brief der BSU an uns. Die einzigen uns jemals offiziell angebotenen Flächen in der gesamten Stadt Hamburg sind zwei Flächen, die ungeeignet für einen Wagenplatz sind, unter anderem zum Beispiel wegen ihrer Größe (passen wir nicht drauf) oder weil die direkt angrenzende Wohnbevölkerung in keinster Weise einbezogen, gefragt oder auch nur informiert wurde.  Diese beiden Flächen sollen als Nebelkerzen für eine Räumungslegitimation inszeniert werden. Die Presse macht mit. Wenn jetzt scheinbar eine Fläche in Altona angeboten wird, erwarten wir nach den Ereignissen der nächsten Monate erstens: dass wir in einen Entscheidungsprozess nicht eingebunden werden und zweitens, dass die Fläche eine ebenso ungeeignet Nebelkerze sein wird.

Die ständige Selbstinzenierung von Politiker_innen, die behaupten Gespräche mit uns zu führen und Ergebnisse von nicht stattgefundenen Gesprächen herausschreien ist ein strategisches Kasperletheater. Kaum wird im Bezirk Altona Bereitschaft zum Nachdenken signalisiert, ziehen wir – wenn mensch der Presse glauben will – Ende dieser Woche irgendwo hin um. Wir fordern Einbezug und Beteiligung – nicht nur in Zeitungsberichten. Und: Wir wohnen in Wilhelmsburg und sind da zu Hause.
Wenn der Bezirk Altona mit uns sprechen möchte oder eine Fläche anbieten sollte ist dies erstmal begrüßenswert. Aber: auch vor dem Hintergrund einer drohenden Räumungsanordnung lassen wir uns nicht einfach so verpflanzen! Wie auch schon in den letzten Monaten sind wir bereit, über weitere mögliche Standorte für Wagenplätze zu sprechen und anhand von Sachkriterien, wie auch unsere aktuelle Fläche, auf eine Eignung als Wagenplatz zu prüfen.

Die Lage für uns bleibt unverändert.
Und: Zomia einfach mal da lassen.

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