Keine Vertreibung des Wagenlebens in Basel! Solidarität jetzt!

Zuerst an Dich, kleine Stadt Basel im fernen Süden:
Schöne Grüße aus ’ner großen Stadt im hohen Norden! Wir kennen Dich von unseren Reisen, wir kennen tolle Menschen die in Dir wohnen, und wir kommen gerne zu Besuch. Auf Deiner Homepage steht, Du bist weltoffen und mit Weltformat, das finden wir gut. Du hast viele große Häuser aus Beton und Stahl, und ein paar kleine Häuser auf Rädern aus Blech und Holz. Das finden wir auch gut – und das soll so bleiben. Natürlich kannst Du mit denen keinen großen Franken verdienen – aber davon hast Du ja eh genug.

Jetzt an Euch, rotgrüne Herrschenden der fernen Stadt:
Geht’s noch? Wie in jeder Stadt, die diesen Titel verdient, gibt’s auch in Basel ein paar Leute, die gut und gerne als Kollektiv im Bauwagen und LKW wohnen. Dafür brauchen die ein bißchen Platz, das ist ja wohl klar – oder? Diesen Platz haben sie gefunden, und außerdem haben sie Euch 15 Alternativen genannt. Die habt ihr natürlich alle abgelehnt, auch wenn Euer Chef immer noch davon redet, dass „Zwischennutzungen und Alternativkultur“ dazu gehören. Soweit hat er das richtig verstanden – andere Wohnformen gehören akzeptiert, andere Vorstellungen vom Zusammenleben gehören akzeptiert, und alternatives Engagement gehört begrüßt! Wenn ihr jetzt davon faselt, in Basel gäbe es einfach keinen Platz, die Wagenleute müssten ihr „Blickfeld erweitern“ und schleunigst raus aus der Stadt im Umland glücklich werden, dann sagen wir: Diese bescheuerten Argumente kennen wir zur Genüge. Verkauft uns nicht für blöd – wenn ihr ein Problem mit Menschen habt, die sich fern Eurer genormten Vorstellungen ein eigenes Zuhause schaffen, dann seid wenigstens ehrlich! Aber Ehrlichkeit kostet Euch als Rotgrüne zu viele Wählerstimmen, gell? Eine Stadt wird nach den Bedürfnissen der Menschen gestaltet, die in ihr leben – und nicht nach den Interessen derer, die mit ihr das große Geld verdienen. Das seht ihr anders? Das wundert uns kaum. Aber: Wir sind viele, und wir haben Räder! Wir erwähnten es schon: Zu Besuch kommen wir gern!

Und zuletzt an Euch, Wagengruppe Basel:
Wenn wir in den letzten Wochen verfolgen, was bei Euch passiert, dann kommt uns so vieles bekannt vor: Leere Versprechungen, Lippenbekenntnisse, abgelehnte Alternativen und dann ein Regierungspräsident, der Euch am liebsten im Umland sehen möchte. Das Recht auf Stadt, auf Leben in der Stadt und Teilhabe an der Stadt – dieses Recht gehört Allen! Nehmt es Euch! Verteidigt es! Bleibt auf Eurem schützenswerten Schotter an der Nordtangente, bis eine gute Lösung gefunden ist! Die Frage nach der Akzeptanz Eurer Wohnform ist Eine, die Viele betrifft: Exemplarisch wird sich zeigen, ob Basel Platz hat für ein tolerantes Weltbild, oder ob gegen jede kleine Abweichung der Räumbagger aufgefahren wird. Bis bald!

Für eins, zwei, viele Wagenplätze!
Wagengruppe Zomia, April 2012

Akuelle Infos zur Situation: Homepage des Wagenplatzes Basel

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