Soli

Soli-Statements aus 2010 und 2011 im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Stadt Hamburg

 

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Plenum der Roten Flora: Solidarität mit dem Wagenplatz Zomia! Zomia bleibt! Bambule kommt! 2011-11-23

In den letzten Wochen hat sich wieder gezeigt, dass der Hamburger Senat nur Lippenbekenntnisse von sich gibt insbesondere wenn es um alternative Wohnformen geht.

Jüngstes Beispiel konnten wir heute in Altona bei der Spontanbesetzung in der Schützenstraße erleben: Anstatt die Bauwagenaktivist_innen wie vorher öffentlich  angekündigt willkommen zu heißen wurden sie von einer als geeignet anerkannten Fläche vom Bezirk Altona durch ein massives Polizeiaufgebot geräumt. Somit wurde auf politischer Ebene einmal mehr entschieden, Wagenplätzen keinen Raum zu geben.
Wir als Rote Flora erklären uns solidarisch mit dem Bauwagenplatz Zomia. Und eines steht fest: Der Versuch einer Räumung des Wagenplatzes Zomia wird dem Senat weitaus mehr schlaflose Nächte bereiten als die heutige eilige Vertreibung einiger Aktivist_innen!

Zomia bleibt, Bambule kommt!
Plenum der Roten Flora, 23.11.11

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Solidaritätserklärung der BULG Hamburg für den von Räumung bedrohten Bauwagenplatz ‚Zomia‘ in Wilhelmsburg

Die Gruppen BULG und FOC in Hamburg und Region begrüßen ausdrücklich den Verbleib des Wagenplatzes ‚Zomia‘ am derzeitigen Standort in Wilhelmsburg!

Wir freuen uns über jeden neuen Freiraum und haben großen Respekt vor dem Mut und der Willenskraft, mit denen die Bewohner_innen für diese Art von buntem und experimentellem Zusammenleben eintreten. Während sich kapitalistische Verwertungslogik, soziale Isolation und Konkurrenzdenken in unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft immer weiter durchsetzen, ist das Aufzeigen von Möglichkeiten anderer Formen des gemeinschaftlichen Lebens ein für die ganze Region Hamburg sehr wertvolles Projekt und darf nicht ständig kriminalisiert werden.

Jeder Mensch sollte selbst wählen dürfen, wie und wo er lebt!

Die Hamburger Politik hat in diese Richtung schon häufig genug ihre Intoleranz bewiesen.
Jetzt ist es an der Zeit dies zu ändern!

Der neue Mietspiegel zeigt auf beschämende Weise, dass die Schaffung bezahlbarer Wohnmöglichkeiten für Alle unerlässlich ist. Da ist es doch um so wichtiger, ja sogar unterstützenswert, dass Menschen ihre Wohn- und Lebenssituation selbst in ihre Hände nehmen und nicht von Paragraphen und Ablehnung schikaniert werden. Nur wenn neue Wege begangen werden, kann sich etwas ändern. Diese Anstrengung sollte auch von Senat und Verwaltung als solche gewürdigt und anerkannt werden.

Also, mehr bezahlbaren Wohnraum, mehr Bauwagenplätze, die Stadt lebt nicht von
Luxusvillen, Bürokomplexen und Bauruinen! Jeder geräumte Platz ist einer zu viel!

Wir wünschen Euch weiterhin Ausdauer, viel Kraft und vor allen Dingen Erfolg! Wir werden sicherlich öfters mal vorbeikommen …

ZOMIA BLEIBT!!!

Mit kämpferischen und solidarischen Grüßen, BULG Hamburg & FOC Hamburg

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Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“: Solidarische Grüße aus Köln!
Städte , mit so horrenden Mieten wie Hamburg oder Köln, müssen einsehen, dass neben dem Wunsch nach einer individuellen Wohn- und Lebensweise ganz einfach ein großer Bedarf nach billigem Wohnraum besteht und die bestehenden Wagenplätze nicht ausreichen. Für mehr Wagenplätze und anderen alternativen Wohnraum!

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Presseerklärung der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“
zur Räumungsandrohung gegen den Wagenplatz Zomia

Florance von der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“:
„Wir sind solidarisch mit dem Wagenplatz-Projekt Zomia und werden die Bewohner_innen weiterhin darin unterstützen, eine Räumung zu verhindern.“

Florentin von der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“:
„In einer Stadt, die sich eine Elbphilharmonie leistet, aber nicht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, in einer Stadt, in der die Durchsetzung eines diskriminierenden Bauwagengesetzes mehr wiegt als ein Recht von Bauwagenbewohner_innen auf Wohnraum, in einer solchen Stadt sind Besetzungen von leer stehenden Häusern und ungenutzten Flächen nicht nur legitim, sondern lebensnotwendig. In Hamburg sind genügend Räume da zum Wohnen und Arbeiten, für Kultur und Politik und genügend Güter für ein schönes Leben für alle. Wir müssen sie uns nur nehmen. Genau das hat Zomia vor einem Jahr in Wilhelmsburg getan, wie wir es mit der Flora 1989 im Schanzenviertel getan haben. Nehmen wir uns die Häuser und Plätze, die wir brauchen, nehmen wir uns die Stadt!“

Florenzia von der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“:
„Die Zukunft von Zomia entscheidet sich nicht in Gerichtsgebäuden, sondern auf der Straße. Es geht jetzt darum, Druck aufzubauen und den politischen Preis für eine Räumung unbezahlbar zu machen. Dass dieser Preis sehr hoch sein kann, haben die monatelangen Kämpfe auf der Straße nach der Räumung des Bauwagenplatzes Bambule vor genau 9 Jahren gezeigt.“

Florian von der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“:
„Die Gewalt geht nicht von denjenigen aus, die sich gegen Verdrängung und Vertreibung wehren, sondern von denjenigen, die sie betreiben.“

Flora bleibt unverträglich, Freitag 5.11.2010

KEINSPAM.flora-bleibt@nadir.org http://florableibt.blogsport.de/

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Hafenstraße solidarisiert sich mit dem Wagenplatz Zomia
Wir als Bewohner_Innen der St.Pauli Hafenstraße drücken hiermit unsere Solidarität mit
den Menschen des Wagenplatzes Zomia aus. Inmitten der allumfassenden
Verwertungslogik, der um sich greifenden Vertreibungspolitik in unserer Stadt gibt es
immer mehr Widerstand in allen Bereichen der Bevölkerung.
• Wenn die Stadt aus Prinzip die Nutzung einer Fläche nach 50 Jahren Leerstand
untersagt,
• Wenn Menschen Ihr Recht auf Versammlungsfreiheit nicht mehr wahrnehmen können,
• Wenn Menschen mit Zäunen von Ihrer Platte vertrieben werden,
• Wenn Menschen mit alternativen Lebensentwürfen vor die Stadttore vertrieben werden,
und ihnen 9 Jahre nach der Räumung immer noch keine adäquate Ersatzfläche
angeboten wird,
• Wenn 50 Bewerber um eine Wohnung buhlen, da statt sozialem
Wohnungsbau ,Eigentumswohnungen und Bürotürme gebaut werden,
• Wenn Menschen 2000 EUR für eine erfolgreiche Wohnungsvermittlung bieten, um
andere Mitbewerber auszustechen,
• Wenn statt innerstädtischer Parks, 7- stöckige Möbelkaufhäuser mitten in Wohngebiete
gebaut werden,
• Wenn eine Stadt nicht mehr seinen Bewohner_Innen gefallen will, sondern sich
stattdessen dem Tourismus anbiedert,
• Wenn der Mietenspiegel, statt Mieterinteressen zu schützen zur Legitimation von
Wuchermieten mißbraucht wird,
• Wenn sich ein Verwaltungsangestellter brüstet „mit Stolz seinen Sheriffstern zu tragen“,
und trotz offensichtlicher und eingestandener Fehler und Verwirkung seiner politischen
Legitimität nicht von seinen Ämtern zurücktritt,
• Wenn Menschen Leerstand beleben und dafür kriminalisiert werden,
• Wenn mehr als 300.000.000 EUR nicht den Bewohner_Innen dieser Stadt zu Gute
kommen, sondern in einem Prestigeprojekt versenkt werden,
Dann ist es wieder an der Zeit…
Bewohner_Innen der Hafenstraße!

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Wir brauchen kreative, bunte, selbstbestimmte Plätze mit Menschen, die anders und insbesondere selber denken und fühlen – Und Räume die es ermöglichen von und miteinander hauptsächlich friedlich zu lernen. Und natürlich vieles mehr ;-).
MEHR DAVON AUF DER GANZEN WELT!!!!

Initiative Nüßlerkamp – kunst des wohnens solidarisiert sich mit ganzem Herzen mit euch !!!!

 

 

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Wir sprechen unsere grosse Solidarität gegenüber dem Zomia – Wagenplatz in Hamburg-Wilhelmsburg aus. Wir drücken euch die Daumen..Ihr schaffts das 🙂 ♥

„Gegen die Hetze, gegen Gesetze, für mehr Bauwagenplätze!“ „Schreiber muss weg!“

eure Bambule Gedenk Gruppe…
http://bambule-demo.blogspot.com/

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Wir, die Bewohner_innen des Bauwagenplatzes Henriette in Eimsbüttel solidarisieren uns auf allen Ebenen mit den Bewohner_innen des Bauwagenplatzes Zomia in Wilhelmsburg!

Wir sind gegen eine Räumung und für den Verbleib des Platzes am Ernst-August-Kanal. Der Wohnraum in Hamburg ist knapp und zu teuer, auch auf Grund einer verfehlten und zu geringen städtischen Wohnungsbaupolitik. Durch die Räumung der Bauwagenplätze Paciusweg in Eimsbüttel, Schützenstrasse in Altona, Bambule im Karoviertel und dem Wendebecken in Barmbek sind die noch bestehenden Plätze mehr als voll. Immer noch stehen Menschen auf der Straße und haben keinen Platz. Doch der Wunsch von Menschen gemeinsam im Wagen zu leben, ohne illegalisiert und zu Substandartwohnen degradiert zu werden, lässt sich nicht vertreiben.

Zomia muss bleiben, selbstbestimmtes Leben muss in Hamburg möglich sein!!!

 

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Michael Rothschuh, Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V. Hamburg, 16.6.2011

„Schwimmende Gärten und Wohnboote auf dem Spreehafen“ war einen Idee der Zukunftskonferenz, die viel Zustimmung gefunden hat.

Gemeint waren damals nicht schicke und teure Luxusboote für Reiche, sondern bezahlbare und schöne Hausboote, wie sie seit vielen Jahren genutzt werden, zu erlauben, neue zu bauen und dabei Umweltstandards einzuhalten. Heute gibt es kaum eine Werbung für Wilhelmsburg ohne die bunten Häuser – gefährdet ist ihr Bestand.

Auf der Insel, auf der man Hausboote mag, gibt es viel Verständnis für neue einfache Wohnformen – wenn sie von den Bewohnern selbst gewünscht werden!– und deshalb auch grundsätzlich die Möglichkeit für Wohnen in Bauwagen. Die Anwesenheit von Zomia ist im Stadtteil unterschiedlich aufgenommen worden. Und auch jetzt gibt es, auch in unserem Verein, verschiedene Meinungen dazu.

* In einem Stadtteil, in dem Tausende Bäume im Auftrag von IBA und IGS gefällt werden, wird man sehr aufmerksam wird auf reale oder vermeintliche Beschädigung von Natur.
* In einem Stadtteil, in dem ein großer öffentlicher Park entgegen allen vorherigen Ankündigungen auf viele Jahre von der Gartenschau abgesperrt wird, als wäre er ihr Privateigentum, sieht man genau hin, wenn jemand öffentlichen Raum besetzt.

Aber: neue Menschen, neue Ideen, neue Gruppen sind willkommen.

Die Koordinierungsrunde von Zukunft Elbinsel, das oberste Beschlussgremium zwischen den Mitgliederversammlungen, hat deshalb nach zwei Sitzungen, in denen auch ein ausführlicher Vortrag von einem grundsätzlichen Kritiker beraten wurde, anlässlich und zum Vortrag bei der Anhörung des Stadtentwicklungsausschusses der Bürgerschaft beschlossen:

„Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg befürwortet die Ermöglichung von Bauwagenplätzen auch im Bezirk Mitte. Deshalb müssen auch Flächen in Wilhelmsburg geprüft werden. Flächen, die keine andere Nutzung erfahren oder erst in ferner Zukunft, sollten in jedem Bezirk geprüft werden. Das Aufstellen von Bauwagen auf den Flächen muß vertraglich mit Rechten und Pflichten geregelt sein (Wasser, Entsorgung, Nutzungsgebühr, Verweildauer usw.).“

Anmerkungen zu dem Platz
1. Die Tatsache, dass Zomia den Platz besetzt hat, gibt Zomia nicht das Recht auf den Platz. Sondern Zomia muss bereit sein zu einem geeigneten Platz umzuziehen.
2. Die Tatsache, dass Zomia den Platz besetzt hat, macht ihn aber auch nicht ungeeignet für einen Bauwagenplatz. Er muss also genauso wie andere Plätze in diesem und in anderen Bezirken geprüft werden.

 

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Solierklärung für Zomia

Wagenburgen und -plätze sind freie und bedrohte Inseln umgeben vom Meer der Stadtplanung und des Immobiliengewerbes. Wagenplätze sind Orte für diejenigen, die ihr Leben so gestalten wollen, wie sie es selber für nötig halten, nicht wie Eigentumswohnungsverkäufer_innen es tun. Wagenplätze sind Räume für Kreativität, Kultur und Leben.

Zomia bleibt, wo es ist!
René

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Solidarität mit Zomia!

Viele Grüße aus Lüneburg!

Projekt Gegendruck

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Solidaritätserklärung

Wagenplätze sind Orte kreativer Lebensweisen und gemeinschaftlichen Zusammenlebens, sie bieten den Freiraum zur Erprobung sozialer Innovationen und nachhaltiger Lebensstile.

Ich erkläre mich solidarisch mit den Wagenplatzbewohnern von Zomia.
Lisa Cerny

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Ich, Hassan el Cahayah, betreibe seit 4 Jahren einen Handel mit gebrauchten Autos an der Georg-Wilhelm-Strasse 8 und kenne die ganze Gegend sehr gut.
Seitdem die Leute vom Wagenplatz im letzten November auf die Fläche am Kanal gezogen sind habe ich Kontakt mit ihnen. Fast jeden Tag gehe ich mit meinem Hund auf der Fläche spazieren. Für mich gibt es keine Probleme. Die Leute sind in Ordnung und freundlich. Sie stören dort niemanden. Seit ein paar Monaten haben sie eigene Mülltonnen und auch einen Briefkasten an der Straße. Im April wurde im Wald Müll gesammelt und viele Säcke voll entsorgt. Es gibt keine Probleme mit den Leuten, auch nicht mit Partys oder Lautstärke oder Hunden. Ich möchte, dass die Wagenleute auf der Fläche leben bleiben können und nicht weg geräumt werden.

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Unterstützung für den Wagenplatz Zomia in HH

ich war neulich auf dem wagenplatz, und es ist ein wundervoller, friedlicher ort, der in meinen augen kaum besser genutzt werden könnte!
hätte ich einen wagen, würde ich auch gerne dort wohnen dürfen.
ich habe das glück, einen tollen ort zum wohnen zu haben, der aber auch nur halblegal ist.
man wird einfach durch die politik und vorschriften dazu gezwungen, sich „illegal“ zu benehmen, und sich einfach plätze und orte zu suchen, um dort zu wohnen.
geht ja gar nicht mehr anders! meine volle unterstützung dafür!!
zomia soll bleiben dürfen!
steffi

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Mein Name ist Ursula Pohl. Ich habe seit vielen Jahren „Uschis Imbiss“ an der Schlenzigstrasse in Wilhelmsburg. Direkt hinter meinem Imbiss beginnt der Wald, wo auf der freien Fläche die Leute in Bauwagen und LKWs wohnen. Oft kommen die jungen Leute auf dem Pfad durch den Wald an meinem Imbiss vorbei. Es gab nie Probleme mit ihnen. Die Fläche ist seit vielen Jahren leer und niemand hat sie genutzt. Ich finde es gut, wenn Menschen wohnen können wie sie wollen. Wenn auf der Fläche am Kanal ein Bauwagenplatz ist, dann habe ich da nichts dagegen. Wir sind gute Nachbarn und kommen ohne Probleme mit einander aus. Ich bin dagegen, dass die Wagenleute aus Wilhelmsburg vertrieben werden sollen und fordere, dass sie bleiben können, wo sie sind.

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Liebe Freund_innen von Zomia,

Heute ist es ein halbes Jahr, dass Ihr mit Euren Wagen auf die „schönste Fläche der Welt“ gezogen seid. Zwei Wochen lang wart Ihr zuvor unterwegs gewesen – auf der Suche nach einem Ort der Euer neues zu Hause werden sollte. Der Weg dorthin hätte kaum nervenaufreibender sein können. Umso größer dann die Freude, als wir endlich mit Euch das „Angekommen sein“ feiern konnten!

In den folgenden Monaten durften wir miterleben, wie Ihr Euch auf der schönsten Fläche der Welt einrichtet, von der Nachbarschaft Zuspruch und Unterstützung erfahrt, Euch mit anderen Gruppen vernetzt und das Leben in Wilhelmsburg mit kulturellen und politischen Veranstaltungen und Workshops oder einfach durch Euer Dasein bereichert.

Und nun heißt es seitens der Politik erneut Ihr solltet weiter ziehen. Wenn Schreiber eine politische Entscheidung über einen neuen Bauwagenplatz von Bürgerschaft und Senat einfordert, zeigt dies wiedermal, dass Politiker über unser Leben entscheiden sollen, die nix damit zu tun haben. Die Behauptung, es gäbe keine geeigneten Flächen in Hamburg Mitte, ist eine Farce – die schon allein durch Euer Leben am Ernst-August-Kanal widerlegt ist.

Aus parteipolitischen Erwägungen wird die Anwesenheit Eurer Bauwagen und Laster zu einem „Problem“ erklärt, welches eine Partei besser vermeint lösen zu können, als eine andere. Diese Instrumentalisierung unserer Lebensform für politische Machtspiele macht uns wütend! Nicht wir sind das Problem! Das Problem sind Politiker, die nicht über die Mauern ihrer Steinhausvillen hinaus blicken und jedwede alternative Lebensweisen a priori aus „ihrem“ Stadt-Bezirk verbannen wollen.

Von Anfang an habt Ihr auch immer wieder deutlich gemacht, dass es Euch um mehr geht, als nur um einen Stellplatz für Eure Wagen und Laster. Wir unterstützen Euren Kampf um mehr Selbstbestimmung und für ein Recht auf Stadt für Alle. Die Stadt gehört uns – den Menschen die in Ihr wohnen und sie gestalten. Egal ob es um die Rote Flora geht oder autonome Zentren in Köln oder Helsinki, um die Besetzung leer stehender Wohnhäuser, um den Wagenplatz Gut Wienebüttel oder um Zomia: Wir bleiben alle!

Für mehr Freiräume, für mehr schönes Leben, für mehr Autonomie, und auch für mehr Bauwagenplätze!

Solidarische Grüße,
die Menschen, Trekker, Werkzeuge, Gartengeräte, Hunde, Kochtöpfe und alles was Krach macht vom Bauwagenplatz Windkanal in Lüneburg

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Gottfried Weiß, Landesverein der Sinti
Wagenleben in Wilhelmsburg muss möglich sein!

Seit November 2010 gibt es den Wagenplatz Zomia in Hamburg-Wilhelmsburg. Die Gruppe von etwa 15 Menschen lebt als Gemeinschaft in Bauwagen und ausgebauten LKWs und benötigt für ihr alternatives Wohnprojekt einen Platz.
Wagenplätze werden jedoch von der Stadt illegalisiert, mit Räumungsandrohungen versehen und vertrieben. Immer noch wird im Hamburger Wohnwagengesetz das Wohnen im Wagen verboten und als „Substandardexistenz“ diffamiert.
In jeder Stadt sollen verschiedene Wohnformen existieren dürfen. Auch Wagenplätze sind eine dieser Wohnformen, die zur Stadt gehören und eine Berechtigung haben. Genauso wie es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, so gibt es auch zu wenig Orte wo Menschen im Wagen leben können. Die Wagengruppe Zomia hat dafür einen neuen Ort geschaffen.
Dieser Ort ist auch ein Ausdruck einer selbst gemachten Stadtentwicklung nach den Bedürfnissen und Vorstellungen der Menschen, die in der Stadt leben.
Ich fordere:
Der Wagenplatz Zomia soll auf der aktuellen Fläche in Wilhelmsburg bleiben!
Die Räumungsandrohung gegen den Platz muss sofort aufgehoben werden!
Unkommerzielle und selbstorganisierte Räume sollen von der Stadtpolitik akzeptiert werden!

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Hallo Zusammen,

Wir, das Plenum des Selbstverwalteten Politischen Aktionsraum, Epizentrum Wilhelmshaven,
erklären uns mit dem Wagenplatz Zomia in Hamburg-Mitte Solidarisch.
Aufgrund der Situation um den Wohnraum in Hamburg begrüßen wir die Aneignung Öffentlicher Flächen
und wünschen Viel Durchaltevermögen, Kraft und Unterstüzung!

Solidarisch,
das Epizentrum Wilhelmshaven

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Hallo Zomia`s

es grüssen Euch einige Nachbarn von gegenüber am Kanal. Wir wünschen Euch einen schönen Sommer hier in Wilhelmsburg. Es würde uns garantiert nicht stören, wenn Ihr dort weiterhin setteln (to settle) würdet. Uns ist es lieber, dass eine brach liegende sog. Industriefläche, durch Euch sinnvoll und sympathisch benutzt wird, als dass dort eines Tages, ohne die Anwohner zu befragen, irgendein neuer Lärmfaktor installiert wird. Wir als Anwohner am Ernst-August-Kanal sind sowieso schon vom Lärm und anderen Verschmutzungen umzingelt, weniger davon und Abbau der Störungen des täglichen lebens, wären mehr als wünschenswert. Wir waren gerne auf Eurer kleinen Party mit Musik und kommen gerne wieder. Falls Ihr einmal zu zweit die anliegenden Gewässer erkunden wollt, leihen wir Euch gerne unser Tretboot oder Kanu dafür.

Michael, Hans, Mario, Diane und die Kinder

 

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Solidaritätserklärung für den Bauwagenplatz ZOMIA in Wilhelmsburg

Verfasser: Robert Wenzlaff / Wilhelmsburger Bürger, Dipl. Bauingenieur, IG Bau-Mitglied und trotz mancher Querelen der vergangenen Jahre SPD- Sympathisant und Wähler

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordneten der Bezirksversammlung,
Sehr geehrter Bezirksamtsleiter Herr Schreiber,

hiermit möchte ich mich in der Angelegenheit ZOMIA, dem Bauwagenplatz in Wilhelmsburg, an Sie wenden, da ich nach nunmehr doch zahlreichen Gesprächen und dem Lesen einiger wesentlicher bis dato veröffentlichter Dokumente (Stellungnahmen ZOMIA, Baum & Busch, Räumungsverfügung vom 07. März 2011) sowie Zeitungsartikel (BILD, Abendblatt) den Eindruck bekomme, dass in der Angelegenheit ZOMIA ein aus meiner Sicht „grobes Unrecht“ seinen Lauf nehmen könnte. Zudem scheint mir die in der Öffentlichkeit wahrgenommene Gewichtung der Zahl von Befürwortern und Gegnern etwas entrückt zu werden, getreu nach dem Motto, wer am lautesten brüllt, wird am ehesten gehört (vgl. etwa Stellungnahmen Baum & Busch). Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, diese Solidaritätserklärung zu verfassen.

Mit dieser Solidaritätserklärung spreche ich weitestgehend auch für mein privates Umfeld, also Freundin und die meisten Freunde.

Ich bin nach Abschluss meines Studiums vor 2 Jahren von Berlin nach HH-Wilhelmsburg gezogen. Als „Neuwilhelmsburger“ habe ich diesen Bezirk sehr zu schätzen gelernt, nicht der vermeintlich günstigen Mieten wegen (vgl. Mietsituation Berlin), sondern gerade weil mir dieser Bezirk Hamburgs als ein noch auf natürliche Weise bunter, vielseitiger und entgegen der Sichtweise weiter Teile der Hamburger Bevölkerung sehr friedlicher erscheint. HIERZU TRÄGT ZOMIA BEI! Wilhelmsburg ist somit ein Gegensatz zu vielen anderen Hamburger Bezirken, um deren Aufhübschung sich die Stadt Hamburg so erfolglos bemüht – soll heißen Wilhelmsburg ist auch aufgrund des Wirkens solcher Menschen wie den Bewohnern von ZOMIA attraktiv.

In den o.g. Dokumenten konnte ich keine zwingenden Gründe entdecken, die die Vertreibung ZOMIAS von dem Gelände am Kanal rechtfertigen würden. Weder werden hier Anwohner belästigt (die Entfernung zur Wohnbebauung ist viel zu groß), noch handelt es sich um ein in städtischer Nutzung befindliches Flurstück, da – wie Sie vielleicht selbst wissen – die Fläche für die „Hafenspange“ vorgehalten wurde und wird. Genauso wenig ist das Gelände ein Landschaftsschutzgebiet, wie die Bürgerinitiative Baum & Busch glauben machen will. Zugunsten der ökologischen Verträglichkeit der Abwässer wurde von den Bewohnern sogar eine Trockentoilette errichtet. Darüber hinaus halten die ZOMIA-Bewohner das Gelände entgegen den Darstellungen von Baum & Busch sauber, und entfernen jedweden Müll, auch dann, wenn die Quelle nicht ZOMIA selbst ist.

Das Wohnwagengesetz (wohlgemerkt ursprünglich aus dem Jahre 1959 und dem Geiste nach aus den 30er Jahren gegen Sinti und Roma erlassen), auf das sich Ihre Verfügung vom 07. März 2011 maßgeblich stützt, erscheint mir zur Schaffung einer rechtlichen Grundlage lediglich ein Vorwand zu sein, wenn man bedenkt, dass Argumente gegen den Verbleib ZOMIAS kaum plausibel darstellbar sind. Angesichts unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung finde ich dieses Vorgehen äußerst bedenklich.

Ich habe nun mit einigen Bewohnern von ZOMIA gesprochen und in keinerlei Weise hatte ich das Gefühl, dass es sich hier um „Chaoten“ [BILD] handelt, sondern vielmehr um bewusst und mutig handelnde Menschen, die darüber hinaus Besucher ausgesprochen offen empfangen, natürlich auch, um ihre Problematik zu erläutern. Ich hatte jedoch nicht das Gefühl, dass die Freundlichkeit reines Nutzenkalkül war.

Ich bitte Sie deshalb inständig, sich um eine angemessene Entscheidung zu bemühen, die in erster Linie den Verbleib ZOMIAS in den Focus setzt, anstatt der Vertreibung.

Mit freundlichem Gruß!

Robert Wenzlaff (Juni 2011)

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Von Bäumen, Büschen und Bauwagenplätzen…
Infoladen Wilhelmsburg erklärt sich erneut mit Zomia solidarisch.
Im Mai 2011 verfasste die Umweltschutzgruppe „Baum und Busch“ einen Offenen Brief (dokumentiert auf dem Zomia-Blog) , in dem sie die Bewohner_innen des Wagenplatzes Zomia scharf kritisiert,
sich von ihnen distanziert und nahe legt sich einen neuen Platz zu suchen. Wir wollen dies nicht unkommentiert lassen, und erklären uns deshalb erneut mit dem Projekt Zomia solidarisch und fordern den dauerhaften Verbleib am jetzigen Standort.
Insbesondere wollen wir den Eindruck des Offenen Briefes korrigieren, die Initiative „Baum und Busch“ spräche für alle „alteingesessenen“ Wilhelmsburger_innen, die sich in ihrer Ablehnung der „Neuhinzugezogenen“ rund um Zomia einig wären. Dies ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern auch in der politischen Signalwirkung fatal. So wundert es nicht, dass der Text von „B&B“ bereits durch Hamburger Politiker_innen instrumentalisiert wurde, die ihre grundsätzliche Ablehnung von alternativen Lebensentwürfen, wie sie im Bauwagenplatz Zomia ihren Ausdruck finden, nun hinter einer scheinbaren Ablehnungshaltung im Viertel verstecken können.
Als Initiative, die sich mittlerweile auch seit mehren Jahren im Stadtteil engagiert und den kulturellen und politischen Raum mitgestaltet, können wir nur feststellen, dass unter den Aktiven wie Besucher_innen des Infoladen Wilhelmsburg – egal ob sie seit Jahrzehnten, einigen Jahren oder Wochen hier leben – die Freude über unsere mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Nachbar_innen am Kanalgroß ist.
Wir begrüßen die Initiative Zomia, die nicht nur alternative Lebenskultur in unseren Stadtteil bringt, sondern auch einer brachliegende Industriefläche eine sinnvollen Nutzung zukommen ließ. Auch in Wilhelmsburg sind steigende Mieten mittlerweile ein Thema und die Vereinzelung und Einsamkeit der städtischen Kultur für Viele spürbar. Wenn auf dem Bauwagenplatz Zomia Menschen, entgegen dieser Zustände, eine Utopie von gemeinschaftlichen, ressourcensparenden Leben ohne Mietkosten
wahr werden lassen, ist dies für uns inspirierend und verdient unsere Solidarität.
Wer Zomia hingegen öffentlich diffamiert und mit fragwürdigen Naturschutz-Floskeln vom jetzigen Standort zu vertreiben versucht spricht nicht für uns und schon gar nicht für alle Wilhelmsburger_innen.
Gegen die Hetze – für mehr Bauwagenplätze, in Wilhelmsburg und anderswo!
Die Insel denen die dort leben!
Zomia bleibt.

Plenum des Infoladen Wilhelmsburg, am 31.05.2011

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Netzwerk Recht auf Stadt
Solidarität mit Zomia
Das Netzwerk „Recht auf Stadt“ begrüßt die Besetzung einer städtischen Fläche in Wilhelmsburg durch die Gruppe Zomia. Denn sie verdeutlicht, dass es in Hamburg auch an alternativen Wohnflächen fehlt. Die rasche Räumung der Fläche ist keine Lösung.

Am Samstag, den 20.11.2010 wurde in den frühen Morgenstunden durch die Bauwagengruppe Zomia eine städtische Wiese im Stadtteil Wilhelmsburg besetzt. Bereits wenige Stunden später wurden die Bauwagenbewohner_innen mit der Androhung einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und der Einziehung der Wagen dazu genötigt, die Fläche
wieder zu räumen.
Derzeit befinden wir uns in Hamburg in einer durch Politik und Immobilienunternehmen verursachten Situation, in der bezahlbarer Wohnraum zur Mangelware geworden ist. Die zugespitzte Situation auf dem Immobilienmarkt macht es auch immer schwerer, in der Stadt alternative Lebens- und Wohnformen zu verwirklichen.
Deshalb begrüßen wir die Besetzung einer städtischen Fläche, um den Bedarf an alternativen Wohnflächen zu verdeutlichen.
Die darauf erfolgte erzwungene Räumung ist nicht die Lösung des Problems!
Wir fordern Stadt und Bezirk auf, der Gruppe umgehend eine geeignete und für sie akzeptable Fläche zur Verfügung zu stellen!
Netzwerk „Recht auf Stadt“

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Cafe Knallhart solidarisch:

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Das Plenum der T-Stube (Hamburg) erklärt sich mit dem Wagenplatz Zomia solidarisch.

Nicht nur in Hinblick auf die aktuell massiv angespannte Wohnraumsituation in Hamburg, sondern auch und vor Allem als Ausdruck einer selbstgestalteten Wohn- und Lebensweise unterstützen wir die Forderung nach – mindestens – einem neuen Bauwagenplatz in Hamburg. Viele Leute sind seit den Räumungen unter der Schwarz-Schill-Regierung gezwungen an der Bordsteinkante zu stehen und möglichst unsichtbar zu bleiben um keine Strafe nach dem hamburgischen Wohnwagengesetz zu riskieren. Wir fordern deshalb die endgültige Abschaffung dieses Gesetzes und damit ein Ende der Diskriminierung des Lebens auf Rädern als ‚Substandardexistenz‘ sowie die Anerkennung auch unkonventioneller Wohnformen als selbstverständlichen Teil einer vielfältigen Gesellschaft.
Wir verurteilen die wiederholten Räumungen der Zomia-Bewohner durch die städtischen Behörden, die jeweils erfolgten ohne auch nur irgendeine Ausweichmöglichkeit anzubieten. Es kann von niemandem gefordert werden sich in Luft aufzulösen.

Deshalb ist eines sicher: Zomia steht nicht alleine da!

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Solierklärung vom Wagenplatz Treibstoff:

Die Wagentruppe Treibstoff sendet solidarische Grüße nach Hamburg. E ist das schönste Zeichen der Solidarität, das wir in unserem Kampf bekommen können, wenn wir sehen, dass überall auf der Welt die Menschen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich den Mechanismen der Macht entgegenstellen. Denn ihre Macht heißt Konsum, Vertreibung, Aufwertung, Verteuerung und Einheitsbrei. Gerade Hamburg ist eine Stadt, die dafür steht, dass sie sich von Repressionsmaßnahmen nicht einschüchtern lässt. Wir haben noch immer die Bilder von „Bambule Räumung“, „Einmal im Leben pünktlich sein“ usw. vor Augen. Wir werden diese Aktionen nicht vergessen und ihre Repression macht uns nur stärker. Um so mehr freut es uns zu sehen, dass in Hamburg wieder Menschen dafür auf die Barrikaden steigen, um ihr Recht so zu leben wie sie wollen, durchsetzen.

Wir werden uns unsere Freiräume immer und an jedem Ort erkämpfen. Wir werden uns nicht von Ihrer Repression einschüchtern lassen. Wir werden niemals aufgeben unserer Leben selbst in die Hand zu nehmen, um diese unsere Umwelt und unsere Städte nach unserem Willen mit zu gestallten.. Ob Wien, ob Hamburg, München oder Freiburg. Wir haben die Ideen, die unsere Zukunft zu einer lebenswerteren Zukunft machen werden.

BAMBULE LEBT UND TREIBSTOFF BRENNT

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Solierklärung aus dem Gängeviertel:

Freiräume für Lebenskunst
Am 20. November hat eine vielfältige Mischung von Menschen beschlossen, dass sie ihren Wunsch nach einem gemeinsamen Zusammenleben in Zirkuswagen und LKWs Wirklichkeit werden lassen wollen. Sie haben eine freie Fläche in Wilhelmsburg bezogen und wollen mit der Stadt über eine dauerhafte Lösung verhandeln.

Die Initiative “Komm in die Gänge” erklärt ihre Solidarität mit den Wagen-BewohnerInnen. Hamburg braucht mehr Freiräume für die vielfältigsten Formen des Zusammenlebens. Das Gängeviertel ist ein Beispiel dafür, wie viel die Stadt als Ganzes gewinnen kann, wenn sie der Kreativität und dem Engagement ihrer BewohnerInnen Räume ermöglicht, anstatt diese zu vertreiben oder einzusperren.

Wir begrüßen, dass sich die GAL für eine Duldung der Wagen-BewohnerInnen ausgesprochen hat. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es Markus Schreiber und der SPD im Bezirk Mitte viel schwerer fällt, den Mut für eine solche Einscheidung aufzubringen. Und das, obwohl ein Bezirk das Wohl aller seiner BewohnerInnen im Blick haben sollte – auch jener, die andere Formen des Zusammenlebens wählen.

22.11.2010
Initiative “Komm in die Gänge”

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Solierklärung Infoladen Wilhelmsburg

Das Plenum des Infoladen Wilhelmsburg erklärt sich mit dem neuen Wagenprojekt Zomia soldarisch. Gerade im Zuge der Recht auf Stadt-Bewegung wird deutlich, dass die Frage um Wohnraum in Hamburg von Bedeutung ist. Wir begrüßen selbstverwaltetes Wohnen und die Aneignung vom öffentlichen Raum und wünschen viel Erfolg und Durchhaltevermögen. Weiter so!
http://infoladen-wilhelmsburg.nadir.org/
23.11.2010

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Solierklärung Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg

In den frühen Morgenstunden des 20. Novembers wurde eine der Stadt gehörende Fläche an der Buschweide, direkt am Ernst-August-Kanal gelegen, von BauwagenbewohnerInnen und UnterstützerInnen besetzt. Bereits nach einigen Stunden wurde klar, dass die Stadt sich auf keinen Deal mit den BesetzerInnen einlassen will. Eine drohende Räumung durch die Polizei stand somit unittelbar bevor. Um die Situation nicht unnötig zu eskalieren verliessen die BauwagenbewohnerInnen freiwillig den Platz und zogen um auf eine Fläche am Veringkanal bei den interkulturellen Gärten. Hier werden sie bis Montag geduldet, ohne das bisher klar ist wie es danach weiter geht und ob eine politische Lösung des Konflikts von der Stadt gewollt ist.

Im Land der iba und der igs, in dem das Wohnen und Leben in der Zukunft dargestellt werden soll, haben Wagenplätze anscheinend keinen Platz. Seit der Schwarz-Schill Senat sich auf die Fahnen geschrieben hatte alle Bauwagenplätze in der Stadt zu beseitigen, und mit den Protesten nach der Räumung der Bambule innenpolitisch unter starken Druck geriet, sind keine neuen Flächen mehr bereitgestellt worden. Aber die Wägen und ihre BewohnerInnen bleiben. Der AKU unterstützt die Forderung nach neuen Plätzen für Bauwägen und einer Vielfalt von selbstgewählten Wohn- und Lebensformen in Wilhelmsburg und Hamburg. Das hier eine Abwägung mit anderen, z.B. ökologischen, Interessen stattfinden muss ist selbstredend, stellt aber kein generelles Gegenargument dar.

Wir fordern, dass die Stadt sich eines besseren besinnt und ab Montag in ernsthafte Verhandlungen mit den BewohnerInnen tritt und, auch im eigenen Interesse, eine politische Lösung des Konflikts sucht. Der AKU würde einen Wagenplatz auf der Insel begrüssen! Auch in iba-Land sollte es möglich sein anders zu wohnen, ohne dadurch zum Vehikel und Objekt dieser selbst zu werden.

21.11.2010
http://aku-wilhelmsburg.blog.de/2010/11/21/aku-unterstuetzt-zomia-10018522/

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2.11.2010
http://hamburg-mitte.linksfraktion-hamburg.de/politik/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen-1/artikel/solidaritaetserklaerung-fuer-den-verein-zomia/

Ein Kommentar zu Soli

  1. Solidarische Grüße aus Kiel…
    … für mehr Bauwagenplätze!

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